Wie brauen wir unser Bier

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Wir brauen ein traditionelles böhmisches Bier. Wir setzen das sog. Dekoktionsverfahren ein, eine langsame Untergärung mit anschließender langer kalter Nachgärung

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Unser Bier wird aus traditionellen tschechischen Rohstoffen gebraut. Es werden keine künstlichen Farbstoffe oder gar Hopfenextrakte verwendet.

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Wir halten uns an das Deutsche Reinheitsgebot – die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt aus dem Jahr 1516, die bis heute gilt und die Qualität der verwendeten Rohstoffe vorschreibt.

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Jede Biersorte wird separat nach einem eigenen Rezept gebraut.

Wasser – artesische Brunnen

Die Brauerei gewinnt ihr Wasser aus zwei eigenen artesischen Brunnen, die bis zu einer Tiefe von 312 und 320 Metern reichen. Das Wasser hat eine beständige Temperatur von 12 bis 14 °C und verlangt keine chemische Aufbereitung. Es enthalt eine minimale Nitratmenge, weniger als 3 mg pro Liter Wasser. Trinkwasser z.B. darf laut Norm bis zu 50 mg/l Nitrate enthalten.

SUDHAUS

Das heutige Sudhaus stammt aus dem Jahre 1987. Die technologische Einrichtung wurde in Hradec Králove produziert. Die unteren Teile, in denen die technologischen Prozesse verlaufen, sind aus Edelstahl gefertigt, der Deckmantel aus Kupfer. Im Sudhaus befinden sich zwei Braueinheiten, von denen jede folgende Bestandteile hat:

» Maischebottich » Maischepfanne » Lauterbottich » Würzpfanne

I. Maischprozess

Während des Maischverfahrens wandeln die in den Malzkörnern enthaltenen natürlichen Enzyme die nicht wasserlösliche Starke des Getreides in einfachen vergärbaren Zucker um. Das Ergebnis des Maischprozesses ist eine süße alkoholfreie Flüssigkeit, die sog. Wurze.

Jeder Sud braucht 10 Stunden.

II. Abläutern

Nach dem Maischvorgang wird der heiße Sud in einen Lauterbottich umgefüllt. Während des sog. Rastens sinken die Malztreber sowie die ausgeschiedenen Proteine nach unten. Die festen Bestandteile setzen sich am Boden ab und bilden dort eine Art Treberkuchen. Der am Boden abgesetzte Treberkuchen funktioniert wie Filterschicht. Nachdem die Läuterventile geöffnet worden sind, fließt die Würze aus dem Läuterbottich in die Würzpfanne ab, bis nur noch wenig Treber im Läuterbottich übrig bleibt. (Es handelt sich um die sog. Vorderwürze.) Nach Ablauf der Vorderwürze erfolgen Nachgüsse mit heißem Wasser, die zum Auswaschen des beim Maischen aufgeschlossenen Extraktes aus dem Treber dienen. Die auf diese Weise entstandene Würze ist die sog. Nachgusswürze. Die Läuterventile münden in Durchlassschlitze. Hier werden Proben der abgeläuterten Würze entnommen. Der Treber des Blindbodens wird später in Behälter abgeführt und als Viehfutter verkauft.

III. Hopfenkochen

In der Würzpfanne wird die Wurze bis zum Siedepunkt erhitzt. Dabei wird Hopfen in drei Schritten zugegeben, dessen Menge vom jeweiligen Rezept abhängt. So entsteht die sog. gehopfte Würze. Anschließend werden die in der Würze vorhandenen nicht gelosten Hopfenbestandteile und ausgefallenes Eiweiß aus der Wurze im Whirlpool entfernt.

GÄRUNG

In den Plattenkuhlern wird die klare Würze von heruntergekühlt und in einen Gärtank geleitet. Für die Hauptgärung werden spezielle Behälter – zylindrisch-konische Gärtanks – verwendet.

Die gekochte Würze wird in den Gärtanks auf die Gartemperatur abgekühlt und mit Bierhefe versetzt. Danach beginnt die erste Phase der Biergärung, die sog.
Hauptgärung, die je nach Biersorte 10 bis 15 Tage dauert.

Die Hefekulturen werden im brauereieigenem Labor gezüchtet. Jede Woche wird eine neue Gabe Hefekulturen vom Labor geliefert. Die Hefe aus der Brauerei Budweiser Budvar wird auch an einige andere Brauereien geliefert. Wegen des hohen Vitamin-B-Gehalts wird die gebrauchte Hefe als Viehfutter verwendet. Das Bier aus der Brauerei Budvar ist ein untergäriges Bier. Am Ende der Hauptgärung setzt sich die Bierhefe am Boden des Gärtanks ab. Danach wird die Hefe vom Gärbier getrennt, in einen anderen Behälter geleitet und für eine weitere Würze eingesetzt.

LAGERKELLER – NACHGÄRUNG

Nach der Hauptgärung wird das Jungbier in Lagertanks geschlaucht, wo es reift (nachgegoren wird). Während der Nachgärung und Reifung des Bieres im Keller werden Geschmack und Duft des Bieres abgerundet. Die Temperatur im Lagerkeller wird ganzjährig zwischen 1 und 3 °C gehalten. Die Bierreifung erfolgt unter Kohlenstoff dioxiddruck. Die Reifezeit hangt von der konkreten Biersorte ab: Schankbiere reifen 30–40 Tage, Lagerbiere 80–90 Tage, Bud 200–250 Tage. Während des Prozesses wird der Geschmack des Bieres abgerundet und das Bier reift aus.

ABFÜLLUNG

Die Abfüllung erfolgt in zwei Flaschenabfüllanlagen, wo das Bier unter Kohlensäureüberdruck in 0,33 und 0,5 Liter-Flaschen abgefüllt wird. Die Flaschen werden zuerst in der Waschanlage gewaschen. Alle Flaschen werden vor dem Abfüllen mit einem Kamerasystem auf Sauberkeit und Unversehrtheit geprüft. In der Flaschenabfüllanlage wird das Bier unter Kohlensäureüberdruck in Flaschen abgefüllt. Nach der Schließung durchlaufen die Flaschen einen Pasteurisierungstunnel, wo sie mit heißem Wasser besprüht werden. In einer Etikettiermaschine werden die Flaschen mit den entsprechenden Etiketten versehen.

Die Leistung jeder der Abfüllanlagen beträgt
40 000 Flaschen pro Stunde.

2013 wurde eine neue Dosenabfüllanlage für die Abfüllung von 0,33-, 0,44- und 0,5-Liter-Dosen in Betrieb genommen. Die komplette Abfüllanlage ermöglicht ebenfalls das Einpacken von Dosen in verschiedene praktische und benutzerfreundliche Gruppenverpackungen aus Folie (z.B. für 4, 6, 8 oder 12 Dosen) oder in Folie mit Tragegriff en. Der wichtigste Bestandteil des Füllsystems ist der volumetrische Dosenfüller, der in einem aseptischen Umfeld arbeitet.

Wie wird unser Bier gebraut