Budweiser Budvar feiert morgen das 120. Jubiläum seit der ersten Gründungsvollversammlung der Aktionäre der Tschechischen Aktienbrauerei in Budweis

Etiketten: Brauerei
14. 4. 2015 | Budweis

Budweiser Budvar feiert morgen ein bedeutendes Firmenjubiläum, denn es sind bereits 120 Jahre seit der Gründungsvollversammlung der Aktionäre der Tschechischen Aktienbrauerei - der direkten Vorgängerin der heutigen staatseigenen Brauerei - vergangen. Die Gründung der Tschechischen Aktienbrauerei wurde vor allem von den Budweiser Brauberechtigten unter der Leitung von Dr. August Zátka initiiert. Die neu gegründete Brauerei setzte somit die Brautradition des original Budweiser Bieres in Budweis fort und fing an diese Tradition zu entwickeln. „Wir sind stolz darauf, die 750 Jahre alte Brautradition des original Budweiser Bieres  unter der Marke Budweiser Budvar fortsetzen zu können. Wir pflegen diese Tradition und bewahren sie für die nächsten Generationen. Bei der Herstellung des Budweiser Bieres achten wir auf die Einhaltung des traditionellen Brauverfahrens, verwenden dabei nur erstklassige Rohstoffe und brauen unser Bier ausschließlich in Budweis. Auch deswegen ist unser Bier berechtigt das EU-Gütezeichen Geschützte geografische Angabe zu tragen“, so Jiří Boček, Direktor der Brauerei Budweiser Budvar. 2004 verlieh die Europäische Union allen Bieren der Marke Budweiser Budvar das Prädikat „geschützte geografische Angabe“, das sich auf die Bezeichnungen „Budějovické pivo“ oder „Českobudějovické pivo“ bezieht. Die geschützte geografische Angabe gibt den Kunden die Garantie, dass das gekaufte Produkt keine billige Nachahmung ist und dass es in der vorgeschriebenen Weise, aus exakt definierten Rohstoffen und an einem eindeutig bestimmten Standort produziert wurde.

Die Gründungsvollversammlung der Aktionäre der Tschechischen Aktienbrauerei bestätigte die vorhergegangene Tätigkeit des Gründungskomitees und wählte den historisch ersten Vorstand: als Vorstandsvorsitzenden Dr. František Hromada, Handelskammersekretär, als stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Dr. František Dlouhý, Rechtsanwalt, und als Geschäftsführer Josef Pillmann, Grundbesitzer. Zu den anderen ordentlich gewählten Mitgliedern gehörten der ehemalige Braumeister Jan Břeský von Birkenfels, Bohdan Francko, Liegenschaftsbesitzer, Fabrikbesitzer Augustin Hromádka, Dr. Jan Jirka, Stabsarzt im Ruhestand, Gastwirt František Karhan und Kaplan Martin Šrámek. Der erste Sud - nur 200 Hektoliter - wurde in der Brauerei am 7. Oktober 1895 vom Braumeister Antonín Holeček gebraut.

Die Gründung der Tschechischen Aktienbrauerei war das Ergebnis eines langjährigen Prozesses und es gingen ihr viele historische Begebenheiten vor. Ende des 19. Jahrhunderts war Budweis eine national gemischte Stadt, aber die Stadt wurde für eine deutsche Stadt gehalten, obwohl die Volkszählung in 1890 die Überzahl von Bewohnern tschechischer Nationalität (16.271 Bewohner tschechischer Nationalität vs. 11.117 Bewohner deutscher Nationalität) erwiesen hat. Trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit  hatte die hiesige tschechische Bevölkerung keine Vertretung im Budweiser Rathaus. Die Wähler wurden entsprechend der damaligen Wahlordnung nach ihrem Eigentum und der Höhe der abgeführten Steuern definiert. Aus diesem Grunde (im Jahre 1900 beteiligte sich die deutschsprechende Bevölkerung mit beinahe 70% an direkten Steuern) hatten Tschechen keine Chance bei den Wahlen erfolgreich zu sein. Um sich im politischen Bereich durchsetzen zu können, mussten die Tschechen ihre wirtschaftliche Stellung stärken. Aus diesem Grund wurden im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts viele neue „tschechische“ Unternehmen (z.B. 1890  eine Kunstdüngerfabrik, 1891 eine Binderei, 1893 eine Emailgeschirrfabrik, eine Bleistiftfabrik, eine Streichholzfabrik etc.) gegründet.
Der erste Versuch, eine eigene Brauerei zu gründen, wurde bereits 1891 unternommen und wurde durch die bereits erwähnte Volkszählung 1890 initiiert. Während der Volkszählung wurden tschechische Arbeitnehmer von den deutschen Arbeitgebern unter Druck gesetzt, denn sie sollten in den Zählungsbögen Deutsch als ihre Sprache angeben. Viele tschechische Brauberechtigte sowie Arbeitnehmer stellten sich gegen solche Praktiken. Die Führung der Bürgerlichen Brauerei reagierte darauf auf ihre Art und betonte, dass die Tschechen eine eigene Brauerei gründen können, falls es ihnen in der Brauerei nicht gefällt. Die Gründung wurde daher vor allem von den tschechischen Brauberechtigten wie z.B. Dr. August Zátka, Karel Čertík und Antonín Effmert initiiert. Viele Brauberechtigte fanden den Mut, erste Aktien zu zeichnen, und zwar trotz der Drohungen, dass Ihnen der Profit aus dem Braurecht nicht ausbezahlt werden würde.

Die Tschechische Partei, geführt von Dr. August Zátka und Dr. František Hromada, startete Vorbereitungen für die Gründung eines eigenen Unternehmens, das einstweilige Komitee organisierte bereits einige Sitzungen und erarbeitete die Satzung der Gesellschaft. Inzwischen kam es aber zu einem politischen Streit unter den tschechischen politischen Parteien wegen den Wahlen für den Reichsrat. Eine gewisse Uneinheitlichkeit kam auch bei den tschechischen Politikern in Budweis zu Tage und die Idee, eine eigene Brauerei zu gründen, musste für kurze Zeit in den Hintergrund gestellt werden. Die nächsten Verhandlungen über die tschechische Brauerei wurden Ende 1893 wiederaufgenommen und bei der ersten Sitzung der Aktienzeichner am 21. Januar 1894 wurde beschlossen, die zur Gründung einer Brauerei führenden Schritte fortzusetzen. Es wurde auch ein Gründungskomitee gewählt, mit dem Brauberechtigten und bedeutenden tschechischen Unternehmer Dr. August Zátka an der Spitze.

Die erste Frage, die das Komitee lösen musste, war die Wahl eines geeigneten Standortes für die künftige Brauerei. Wegen der Nähe zur Prager Straße und der Bahnstrecke Budweis – Prag entschied man sich für die Prager Vorstadt. Für die Prager Vorstadt sprachen eindeutig auch die Grundwasseranalysen. Die Arbeit am Fundament wurde im August 1894 begonnen. Mit dem Bau wurde die tschechische Firma Dvořák und Fischer aus Prag, und mit der Maschineneinrichtung die renommierte Firma Novák und Jahn beauftragt, die kälteerzeugenden Anlagen und Treibmaschinen wurden von der Firma Ringhoffer geliefert. Bis Ende des Jahres waren das Sudhaus, der Keller, der Gärkeller, der Maschinenraum, die Binderei und ein Verwaltungsgebäude unterm Dach. Um hochwertiges Wasser zu bekommen, wurden auf dem Grundstück zwei Brunnen gegraben. Im Oktober 1894 wurde aufgrund des Ministerialerlasses des Innenministeriums Nr. 21884 auch die Satzung der Aktiengesellschaft bewilligt, die mit kleinen Änderungen bis 1940 galt. Erster Braumeister der Aktienbrauerei war seit dem 1. April 1895 Herr Antonín Holeček.

Die Tschechische Aktienbrauerei ist die direkte Vorgängerin der Brauerei Budweiser Budvar. Anlässlich ihres 120-jährigen Firmenjubiläums plant Budweiser Budvar viele Veranstaltungen für ihre Anhänger. Über das ganze Jubiläumsjahr erscheint auf dem Markt eine limitierte Bierauflage. Mit Motiven des Firmenjubiläums werden viele Souvenirs (z.B. Keramik-Bieruntersetzer, Blechschilder mit historischen Motiven, Flaschenöffner, eine Reihe von historischen Fotos, Bierkrug, Bierkrug mit Deckel etc.) geschmückt. Budweiser Budvar bereitet auch eine Reihe von Kulturveranstaltungen, beispielsweise die Veröffentlichung eines Buches über die Geschichte der Brauerei Budweiser Budvar, Wiedereröffnung der Multimedia-Schau „Geschichte des Budweiser Bieres“, inszenierte Abendführungen durch die Brauerei in historischen Kostümen oder den „Tag bei Budvar“, vor. Über die einzelnen Veranstaltungen wird die Brauerei laufend informieren.

Warum Budweiser Budvar?
Der Name der Brauerei sowie der der Schlüsselmarke „Budweiser Budvar“ beziehen sich auf den Herkunftsort des Bieres – die Stadt České Budějovice (Budweis) und wurden von dem offiziellen Namen der Stadt abgeleitet. Vom Anfang an verwendete die Tschechische Aktienbrauerei für ihr Bier verschiedene Formen der Bezeichnung „Budweiser“, die mit dem damaligen offiziellen Namen der Stadt Budějovice oder Budweis zusammenhing. Die Stadt ist bereits seit dem 13. Jahrhundert für die Herstellung guten Bieres berühmt und das Bier wird allgemein als Budweiser Bier (also Bier aus Budweis) bezeichnet. Die Tschechische Aktienbrauerei verwendete logischerweise die Bezeichnung des Bieres nach seinem Herkunftsort (z.B. „Budweiser Aktienbier“) und setzte somit die Tradition der Herstellung des original Budweiser Bieres direkt fort. Im Laufe ihrer Geschäftstätigkeit ließ die Brauerei die Bezeichnungen mit dem „Budweiser“-Element als Schutzmarke registrieren. 1930 ließ die Brauerei eine weitere wichtige Schutzmarke „Budvar“ registrieren. Sie entstand aus den Worten BUDějovický und pivoVAR. 1934 folgte die Registrierung der Schutzmarke „Budvar – budějovické pivo“. Die Marke „Budvar“ wurde durch die bisher verwendete Ursprungsbezeichnung „Budweiser“ ergänzt. Da die Biermarke „Budvar“ bald zum Synonymbegriff für hohe Qualität wurde, wurde die Brauerei im Jahre 1936 in „Budvar – Tschechische Aktienbrauerei Budweis“ umgewandelt.
Helles „Budweiser Budvar“ Lager etablierte sich allmählich zum Schlüsselprodukt und Flaggschiff der Brauerei. Unter der Marke Budweiser Budvar werden derzeit neben dem hellen B:ORIGINAL Lager noch weitere 7 Biere vertrieben (B:CLASSIC Schankbier, dunkles B:DARK Lager, Krausened Lager B:SPECIAL, alkoholfreies B:FREE Bier, B:STRONG Bierspezial, Spezialbier B:CRYO und unfiltriertes Hefeschankbier CVIKL). Derzeit ist „Budweiser Budvar“ eine der bekanntesten und wertvollsten tschechischen Marken in der Welt: Budweiser Budvar Biere werden in 70 Länder ausgeführt und erreichen einen Anteil am tschechischen Bierexport von über 20%. Die moderne Geschichte der Brauerei beginnt im Jahre 1967, als das tschechische Ministerium für Landwirtschaft die Brauerei Budweiser Budvar, N.C. als direkte Nachfolgerin der ursprünglichen Tschechischen Aktienbrauerei in Budweis gründete. Die Brauerei Budweiser Budvar braute während ihres Bestehens 48,3 Mio. Hektoliter Bier.

 

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Pressesprecher

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