Das beste britische Bier wurde auch vom Braumeister der Brauerei Budweiser Budvar mitgewählt

Etiketten: Brauerei
16. 8. 2008 | České Budějovice

Gemeinsam mit acht anderen Juroren wählte Josef Tolar, Braumeister und Leiter von Technik und Fertigung das beste Bier Großbritanniens auf dem Festival „Great British Beer Festival (GBBF), das von der Verbraucherorganisation CAMRA veranstaltet wird. Von über zwei tausend Marken, die zum Wettbewerb angemeldet wurden, siegte Alton´s Pride aus der Grafschaft Hampshire. Über den Sieger entschied der tschechische Braumeister u.a. mit einem Mitglied des britischen Parlaments oder einem Fachredakteur  der britischen BBC.

„Das siegreiche Bier war mein Favorit. Es ist ein goldbraunes Bier mit klarem Geschmack und rauchigem Duft. Es hat einen Alkoholgehalt von 3,8%, und ich muss sagen, dass es sehr angenehm zu trinken war. Ich bin fest überzeugt davon, dass das interessanteste Bier siegte, von dem ja auch praktisch alle Juroren überzeugt waren,“  sagte Ing. Tolar über das siegreiche Bier.

Die britischen Bewertungskriterien bei Bierwettbewerben unterscheiden sich von den tschechischen, da in Tschechien z.B. Geschmacksfülle oder Bitterkeit bewertet werden. Neben der klassischen anonymen Bewertung, in der einzelne Bierproben von Juroren in vier Kategorien – Geschmack, Duft, Optik und Eindruck – bewertet werden, werden die Biere auch in einer Diskussion unter den Juroren beurteilt. Aufgrund der Diskussionsergebnisse wird der Sieger bestimmt.

„Es war sehr eindrucksvoll und für mich als Tschechen auch ungewohnt. Neben der Punktbewertung wird über die einzelnen Biere unter den Juroren diskutiert und erst anhand dieser Diskussionsergebnisse und gegenseitiger Überzeugung wird der Sieger bestimmt. Die Diskussionen waren manchmal sehr stürmisch, als Redner ragte vor allem der BBC-Redakteur heraus, der aber so wie die anderen Jurymitglieder einschließlich des britischen Parlamentsabgeordneten ein wahrer Bierexperte war. Ich glaube, dass das vollkommen fair ist und dass man auf diese Weise das beste Bier auch unter ganz unterschiedlichen Biertypen verantwortungsvoll wie bei diesem Wettbewerb wählen kann,“ erklärt Josef Tolar.

Im Wettbewerb auf dem GBBF werden ganz unterschiedliche Biersorten in der Finalrunde bewertet. Es sind die Sieger aus den sechs Bierkategorien Bitter, Best Bitter, Dark & Light Mild, Golden Ale, Speciality Ale und Strong Bitter, die ins Finale gekommen sind. Auf dem GBBF kämpften 73 Marken gegen einander, die von 33 Juroren bewertet wurden. Juroren wählten die Sieger in den einzelnen Kategorien und schickten sie vor die Hauptjury, die über den Gesamtsieger entschied. Mit den sechs Siegern wird automatisch auch der Sieger des Wettbewerbs um das Winterspezial, der im Winter stattfindet, nominiert.

 „Der britische Biermarkt ist im Vergleich zu unserem Markt sehr vielfältig und bietet eine bunte Bierpalette an. Dem breiten Angebot entspricht auch die Größe des Wettbewerbs sowie die Menge der Kategorien. Die letzten sieben Biere werden ohne jegliche Unterschiede bewertet und es kommt darauf an, welchen Eindruck das Bier bei den Juroren hinterlässt. Ich glaube, dass das ein Verbraucherergebnis ist. Auf keinen Fall denke ich aber, dass die Bewertung laienhaft wäre. Die Briten sind große Bierkenner und die Juroren sind Meister ihres Faches. Ich weiß es zu schätzen, dass ich Mitglied dieser Jury sein durfte,“ ergänzt Josef Tolar.

Neben dem Wettbewerb um das beste Bier gab es auf dem GBBF auch eine Auktion, deren Erlös traditionell für einen karitativen Zweck genutzt wird. Der Höhepunkt des Wettbewerbs war die „Brewer for a Day“-Auktion, die dem Gewinner die Chance eröffnet, für einen Tag Braumeister in einer ausgewählten Brauerei zu werden. Dieses Jahr konnte man die Stelle eines Braumeisters bei Budweiser Budvar gewinnen. Budweiser Budvar ist seit langem eine der populärsten Importmarken in Großbritannien und deswegen waren viele daran interessiert, Bier in dieser Brauerei zu brauen.  Sieger wurde dann der siebzigjährige Ian Dobson, einer der CAMRA-Gründer und in den 90er Jahren auch deren Vorsitzender. In der Auktion siegte er mit dem höchsten Angebot in der Geschichte des GBBF. Für die Stelle des Braumeisters für einen Tag bot er 1 250 Pfund, was beinahe 39 000 CZK sind.

 „Ich freute mich sehr, als ich den Orden des britischen Imperiums von unserer Königin erhielt, die Möglichkeit Braumeister bei Budweiser Budvar zu sein, stellt jedoch diese Auszeichnung in den Schatten. Dadurch, dass ich Fertigungsleiter in der Brauerei werden darf, die als eine der größten Ikonen Europas gilt, obwohl das nur für wenige Stunden ist, gehen meine Träume in Erfüllung,“ sagte Ian Dobson über seinen Sieg. Er hat eine langjährige Beziehung zu Budweiser Budvar. Das erste Mal besuchte er die Brauerei vor 1989, um – wie er sich äußerte – ein gutes Bier zu kosten.

Es wurde ein anspruchsvolles Programm für Ian Dobson in der Brauerei vorbereitet, das ihm eine genaue Vorstellung über den Arbeitsinhalt eines Braumeisters bei Budweiser Budvar vermitteln soll. Durch den Sieg bekommt er Zutritt zu allen Orten, die der Braumeister an seinem Arbeitstag besucht. In der Produktion wird er mit Herrn Tolar Rohstoffe für die Bierherstellung auswählen oder einzelne Phasen des Bierbrauens überprüfen. Im Laufe des Tages werden die Herren die Produktion des Budweiser Budvar für die nächste Periode planen oder die Abwicklung der Bauarbeiten kontrollieren und dabei mit den Baulieferanten Verhandlungen führen. Neben dem Besuch der Brauerei wurde für Ian Dobson ein eintägiger Aufenthalt in Prag und Krumau vorbereitet.

 „Ich freue mich sehr, dass gerade Ian siegte, da er seit Jahren eine positive Einstellung zu Budweiser Budvar hat. Wir möchten für ihn eine wirklich realistische Erfahrung vorbereiten und deswegen fangen wir miteinander gleich um 6 Uhr in der Früh an,“ erzählt lächelnd Herr Tolar. „Um sich zu erholen, wird er die Möglichkeit haben, sich Prag und Krumau anzuschauen. Ich hoffe, dass ihm der Ausflug in die Brauerei Budweiser Budvar sowie nach Tschechien gefallen wird,“ ergänzt Tolar.

Über Josef Tolar


Jetzige Arbeitsposition: Leiter von Techik und Fertigung  (Braumeister)
Budweiser Budvar, N.C.
Karoliny Světlé 4, 370 21 České Budějovice

1965 absolvierte er die Fakultät für Lebensmitteltechnologien an der Chemisch-technologischen Hochschule Prag. Seine Karriere startete er gleich nach dem Hochschulabschluss als Laborleiter in der Brauerei Budweiser Budvar. Mit der Brauerei ist sein ganzes Berufsleben verbunden. In den 70er Jahren war er Mitglied des Entwicklungsteams, das das erste alkoholfreie Bier in der damaligen Tschechoslowakei – Pito – entwickelte. Aufgrund gewonnener Erfahrungen sowie der Fachpraxis auf verschiedenen Posten in der Fertigung der Brauerei wurde er 1985 Braumeister. 1992 wurde er  Leiter von Techik und Fertigung der Brauerei Budweiser Budvar. Als Fertigungsleiter war er unter anderem für den Umbau sowie die Erweiterung der Produktionskapazitäten der Brauerei von 450 Tsd. Hektoliter auf 1,35 Mio. Hektoliter pro Jahr zuständig. Seit 1998 ist er Vorstandsmitglied des Forschungsinstituts für Brauwesen und Malzbereitung in Prag. Im Dezember 2002 konnte Josef Tolar den Sonderpreis vom „British Guild of Beer Writers“ entgegen nehmen – einen silbernen Bierkrug (Silver Tankard) - für seinen einmaligen Beitrag zum europäischen Brauwesen.

Über das „Great British Beer Festival“
Das diesjährige Festival besuchten über 60 000 Personen und es fand vom 5. bis 9. August 2008 im Londoner Ausstellungszentrum Earls Court statt. Das Festival wird von der Gesellschaft CAMRA (Campaign For Real Ale) veranstaltet, der größten britischen Verbraucherorganisation mit über 90 000 Mitgliedern. Besucher des „Great British Beer Festivals“ können über 450 Biere aus 280 Brauereien kosten. Außerdem wurden auch viele Festivalattraktionen vorbereitet – Bierverkostung mit einem Experten, traditionelle Pubspiele, Livemusik, Spiele und Spezialitäten aus der internationalen Küche. Das Festival wird seit 1977 veranstaltet. Mehr Informationen über das Festival finden Sie unter http://www.camra.org.uk.

Kontakt für die Medien

Ing. Petr Samec Dr.

Pressesprecher

+420 387 705 284

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